RW Field Trip #1: Jon Morley

„Es ist in Ordnung, wenn etwas beim ersten Versuch nicht funktioniert.“

Willkommen zu unserer ersten Folge des RW Field Trips, wo wir mit Pädagogen, Eltern und Tech-Experten über ihre persönlichen Erfahrungen des Erwachsenwerdens sowie Lernentwicklungen sprechen.

Heute hatte ich das Vergnügen mit Jon Morley (JM), Robo Wunderkinds CTO & Head of Engineering, zu sprechen. Wir reden über seine Liebe für das Bauen greifbarer Gegenstände und darüber, wie erfahrungsbasiertes Lernen außerhalb des Klassenzimmers ihn am meisten inspirierte.

Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug oder -spiel?

JM: Ich spielte als Kind mit Lego, eigentlich sogar immer noch. Zuhause habe ich mindestens zwei Schubladen voll mit mindestens 20 Liter Lego. Ich liebte es Raumschiffe zu bauen und auch riesige Städte, die mit dem, was mein/e Bruder/Cousins bauten, in den Krieg ziehen würden.

Was wolltest du als Kind werden, wenn du groß bist?

JM: Als Kanadier natürlich professioneller Eishockeyspieler (lacht). Leider war ich nicht gut genug. Dann wollte ich ein Nano-Ingenieur werden, der an besonders starken Nanostrukturen wie Graphen/Kohlenstoffnanoröhrchen arbeitet. Als Kind inspirierten mich mein Großvater und Vater. Mein Großvater war Biochemiker und mein Vater Elektroingenieur.. er hat tatsächlich eines der ersten „Internethandys“ erfunden. Generell mag ich die Idee etwas Greifbares zu erschaffen, sodass jeder weltweit es benutzen kann.

Gib uns einen Einblick in deine Arbeit – das Gute und das nicht so Gute daran.

JM: Ich bin CTO & Head of Engineering bei Robo Wunderkind und das bedeutet, dass ich verantwortlich für die Entwicklung neuer Funktionen unseres Roboters bin. Mein Alltag besteht aus planen und arbeiten mit dem Team, um neue Ideen umzusetzen. Ich habe an der Explorer Reihe (die gerade herausgekommen ist), Aktualisierungen für den Linienfolger und Roboters Lenkung gearbeitet, neben anderen spannenden Projekten in unserer Pipeline.

Das Gute: Meine Arbeit ermöglicht mir konkrete Beiträge zu leisten. Ich liebe es neue Designs zu erstellen und neue Bausteine für unseren Roboter zu entwickeln.

Das nicht so Gute: Wenn ich an einem Code feststecke. Zum Beispiel beim Schreiben eines Codes für eine Library für einen neuen Sensor. Vielleicht hat noch keiner das gemacht, was man macht und Stack Overflow (Internetplattform für Entwickler) kann einem nicht zur Seite stehen. Dann muss man es letztendlich auf eigene Faust herausfinden.

Was hast du studiert oder gemacht, um in deiner jetzigen Position zu sein?

JM: Ich habe Mechatronik in Waterloo studiert. Es ist eine Mischung aus mechanischer, Software- und elektrischem Ingenieurwesen. Ich war mehr an der Software und dem elektrischen Teil interessiert. An der Universität war ich im luftgestützten Robotik Club – das Arbeiten an Drohnen etc. An der Universität waren meine Vorlesungen eher theoretisch, also halfen mir solche Clubs, mein Wissen anzuwenden und zu lernen, um was es bei Technik in dem Gebiet wirklich geht. In diesem Club arbeitete ich an einem automatisierten Peilsender für Drohnen. Dies wäre normalerweise eine Antennenstation, in der eine Person dort hinzeigen würde, wo die Drohne sich befindet. Wir bauten ein Gestell, das die GPS-Daten der Drohne verwendet, um zu zeigen, wo die Drohne ist.

Hast du vor der Universität Programmierschulungen oder Camps besucht?

JM: Nein, ich besuchte eine Kunstschule. Das meiste Programmieren und Bauen fand außerhalb der Schule statt. Ich baute einmal im Sommer einen einer Linie folgenden Roboter als ich 15 Jahre alt war. Dies diente als kleine Inspiration für den Linienfolger, den Robo Wunderkind heute hat.

Wenn ein Kind den Traum hätte ein Ingenieur zu werden, welche Fähigkeiten würde es brauchen, um erfolgreich zu sein?

JM: Mathematik und Physik sind für das Ingenieurwesen wichtig, aber sollte nicht alles sein, was sie lernen. Kunst und Musik sind auch wesentlich. Ich nahm Musikunterricht und es half meinem Gehirn auf verschiedene Weise zu denken. Ich würde auch empfehlen die erlernten Fähigkeiten außerhalb des Klassenzimmers anzuwenden. Zum Beispiel kann man im Mathematikunterricht eine lineare Gleichung lernen, sagen wir y=x. Man könnte dann diese Gleichung an einem Roboter anwenden, damit er in einer geraden Linie oder im Kreis fährt.

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, welchen Ratschlag würdest du deinem 10-jährigen Ich geben?

JM: Es ist in Ordnung, wenn etwas beim ersten Versuch nicht funktioniert. Das ist tatsächlich ein gutes Zeichen. Wenn Dinge nicht funktionieren, probiere es einfach weiter.

Wo siehst du dich selbst oder Robo Wunderkind in den nächsten 10 Jahren?

JM: Idealerweise wachsen wir um das 100-fache und sind die Standardlösung für technologische Bildung für Kinder.