Robo Wunderkind & Get Your Wings (Deutschland)

Get Your Wings ist eine Berliner Organisation, die Kindern dabei hilft, mit den zahlreichen Herausforderungen der heutigen digitalen Welt zurechtzukommen. Von Cybersicherheit über Internet-Etikette bis hin zu der Frage, welche Dinge man online posten sollte. GYW bietet einen vielseitigen Leitfaden durch die moderne virtuelle Welt. Darüber hinaus unterrichten sie Hardware- und Software-Programmierung und haben es sich zum Ziel gesetzt, den Kindern von heute die Ausbildung von morgen zu ermöglichen. Und Robo Wunderkind spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir unterhielten uns mit Anabel, der Gründerin von GYW, die Robo nach Deutschland gebracht hat. Und hier ist das, was sie zu erzählen hat.

Copyright: @GetYourWings/Sebastian Winterson

Die Mission 

Bei „Get Your Wings“ geht es darum, Kompetenzen und Fähigkeiten im Umgang mit Hard- und Software zu vermitteln. Außerdem erklären wir, was es mit der digitalen Welt auf sich hat (auch die negativen Seiten wie Cyber-Mobbing, Sex-SMS), wir erforschen die Verhaltensetikette im Internet, die Kindersicherheit, den Umgang mit eigenen Profilen und dem, was man online stellt, sowie den Umgang mit dem eigenen sozialen Umfeld. Es reicht nicht aus, nur zu wissen, wie man programmiert, sondern es geht auch darum, ein Teamplayer zu sein und auf Sicherheit zu achten. Ansonsten kann die Digitalisierung wie eine Droge sein. Sie zieht einen so stark in eine andere Welt hinein, sodass es sehr wichtig ist, zu wissen, wo man sich wirklich befindet. Wir können das aber auch als eine Gelegenheit sehen, zusammenzukommen und die Chance zu ergreifen, dem Krieg Lebewohl zu sagen und der Digitalisierung Hallo zu sagen, mit neuen Regeln. Denn wir als Welt haben diese Chance, aufeinander zuzugehen und sie für uns zu definieren.

Der Alltag

Wir besuchen über 30 Schulen und auch einige Universitäten, an denen wir unsere Workshops durchführen. Dabei beginnen wir mit Programmierung und Coding, oder auch mit dem richtigen Umgang mit dem Internet und den digitalen Geräten. In einigen Fällen beginnen wir auch mit persönlicher und sozialer Kompetenz. Ebenso bieten wir Tools und Kurse für ältere Menschen an. Besonders schön ist es aber, mit GrundschülerInnen zu arbeiten. Diese wissen oft sehr genau Bescheid, wie man mit den Geräten umgeht, sie stellen viele Fragen, möchten alles ausprobieren und haben auch keine Berührungsängste. 

Copyright: @GetYourWings/Sebastian Winterson

Einen Zweck finden

Anschließend geht es darum, den Robo zu bauen. Die SchülerInnen lernen, wie man miteinander arbeitet, sich abspricht und beschließt, welche Funktionen zu realisieren sind. Warum soll der Robo wie ein Hund bellen, leuchten und was ist die Idee dahinter? Sie sollen verstehen, dass Digitalisierung und digitale Hilfsmittel gut sind, wenn sie einen Sinn oder etwas Nützliches an sich haben. Wir zeigen den SchülerInnen einen kreativen Weg, der ihnen und der Umwelt nützlich ist. 

Der große Gedanke

Jeder in unserem Team war bereits ehrenamtlich tätig. Ich besuchte Krankenhäuser und las Menschen vor, die allein waren. Ich gründete einen Hilfsverein für Tiere und auch eine Gruppe für den Umweltschutz. Das Bedürfnis, etwas zurückzugeben, das war stets eine Inspiration. Als ich 2011 nach Berlin kam, sah ich den Bedarf im Flüchtlingsbereich. Wir besuchten sie zu Hause und zeigten ihnen, wie sie die Digitalisierung für sich nutzen können, um ihre Persönlichkeit und ihr Sozialverhalten zu stärken und sich auf einen Beruf vorzubereiten. Genau das brachten wir den 7- bis 12-Jährigen in deutschen Schulen nahe. Danach kamen immer mehr Anfragen von Eltern, LehrerInnen, Kindern aus dem In- und Ausland, und das ganz ohne Werbung.

Copyright: @GetYourWings/Sebastian Winterson

Von LehrerInnen für LehrerInnen

LehrerInnen schätzen den Robo sehr, weil er farbenfroh ist, leicht zu bedienen ist und die PädagogInnen sehen sofort, was für Kompetenzen den SchülerInnen vermittelt werden. Es geht nicht nur darum, wie man Blöcke zusammenbaut und die Kinder stärkt, sondern auch darum, das Programmieren mit einer Vorstellung davon zu verbinden, was passiert, wenn sie es tun. Das Gehirn ist wie ein Netzwerk aufgebaut. Das gefällt den LehrerInnen. Es ist nicht nur digital, es gibt etwas zum Anfassen und unmittelbar zu sehen. Etwas, das nicht rudimentär und primitiv ist, sondern etwas, das man weiterentwickeln kann. Auch SchülerInnen im Alter von 15-16 Jahren können sich noch für Robo interessieren. Er hilft ihnen, die Grundlagen zu erlernen und er ist zunächst etwas, das für alle sehr leicht zu verstehen ist, auch für diejenigen, die sich nicht mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen wollen. Man kann etwas bauen und kreieren und der digitale Aspekt ist lediglich für die Funktionen vorhanden.

Copyright: @GetYourWings/Sebastian Winterson

Von Robotern und Menschen

Die einzelnen Funktionen von Robo sind so speziell, dass man sie anderen leicht erklären und von ihnen lernen kann. Selbst wenn es nicht darum geht, einen Roboter zu bauen, so entscheidet man doch, was man mit ihm macht. Hier geht es um menschliche Kreativität. Kinder können überlegen, ausprobieren, testen und zudem ist er sehr robust. Der Robo ist fast unzerstörbar. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und es gibt so viele Möglichkeiten mit solch einem einfachen Baukasten. Man braucht nicht viel zu erklären, man fängt einfach an. Die Regeln legt man selbst fest, man muss nicht erst 10 Seiten Anleitung lesen. 
Betrachtet man andere Systeme, so sehen diese sehr technisch aus, was für jemanden, der keine Erfahrungen auf diesem Gebiet hat, abschreckend sein kann. Aber wenn man Robo sieht, dann ist er einfach nur sympathisch, farbenfroh und unkompliziert. Er gefällt uns wirklich sehr und wir haben schon mehrere Anfragen von Eltern, die ihrem Kind Robo zu Weihnachten schenken wollen. Der Zugang zu ihm ist wirklich einfach. Nicht etwa, weil es einige ausgefallene Komponenten hat, die nicht nützlich sind, sondern weil alle Komponenten einen bestimmten Nutzen haben. Viele Menschen sind der Meinung, dass alles schick sein muss, aber tatsächlich geht es vor allem um die Funktionalität.